Unsere Lady lernt fliegen

von | 10. November 2018

Containerverlad in Lima mit Tücken

Ein Mail von unserer Schweizer Verschiffungsagentur ITS erreicht uns:
Das Programm ist wie folgt: Containerbelad erfolgt am 24.10.18. Ihr müsst um 9:30 Uhr bei IPH auf der Matte stehen.
An diesem Mittwochmorgen stehen wir dann auch pünktlich im Büro von IPH in Lima und hoffen, dass diesmal alles etwas besser klappt. Diesmal? Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum denn solange nichts mehr von uns zu hören war. Tja, die lieben Panflötenspieler…

Zwei Wochen davor (Donnerstag, 11. Oktober)

Also, Fahrzeug musst du hier (im Zollfreilager) abliefern lassen. Du hingegen musst am Montag zu dieser Adresse gehen, Anthony erwartet dich. Alles klar soweit? 
Yes! Ist einfach cool mit ITS Transporte zusammenzuarbeiten. Trotz extrem wenig Vorlauf hat es Massimo, der Chef von ITS, hingekriegt und unser lokaler Ansprechpartner erwartet uns am Montagmorgen im Hafen von Lima. Wenn die Zollagentur gleich seriös arbeitet wie in Cartagena (Kolumbien), werden wir den Landy bis am Abend verladen und bis am Dienstag oder Mittwoch sicher allen Papierkram erledigt haben. Tja, weit gefehlt…

Neun Tage davor (Montag, 15. Oktober)

Mit dem Taxi fahren wir quer durch die Millionenmetropole Lima. Der Chauffeur hat schon etwas gestutzt, was wir Touristen denn in dem doch eher schäbigen Randbezirk wollten.
Im mit hohen Mauern umzäunten Areal der Transportfirma, welche wir in Cusco beauftragten, finden wir dann aber den LKW mit unserem Landy wohlbehalten vor. Abgemacht war, dass wir hier vor Ort einen Abschleppwagen organisieren und dann unser Baby in den Hafen schleppen. Aber bekanntlich kostet ja fragen nichts und als wir das Angebot der Transportfirma für die Fahrt von hier bis in den Hafen mitgeteilt bekommen ist für uns schnell klar – so günstig schaffen wir das mit einem Abschleppwagen nie und nimmer. Der Sachbearbeiter ruft sogar noch kurz bei der Zollagentur IPH an, damit auch alles klappt vor dem Zollfreilager. «Ja, alles in Ordnung, ein Mitarbeiter von uns trifft euch dort und eine Ablademöglichkeit gibt es auch.» (Der Landy ist ja noch hinten im geschlossenen LKW drin.)
Per LKW geht’s somit wieder quer durch die Stadt bis nach Callao raus. Dank GPS finden wir auch auf Anhieb das richtige Zollfreilager und parkieren davor – ohne entsprechende Papiere kommt man nicht dort rein. Nochmals ein Anruf zur Agentur, wir seien jetzt hier und würden gerne ihren Mitarbeiter treffen und ins Lager reinfahren. Ok, das war jetzt etwas abgekürzt, denn die ersten 45 Minuten nahm einfach niemand mehr das Telefon ab. Weder das Sekretariat, noch unser Sachbearbeiter, noch der Chef. Erst als wir in die Schweiz telefoniert und dann Massimo dort angerufen hatten, empfand man es als angebracht, uns zurückzurufen. Der Mitarbeiter komme bald.
Er kam, sah und staunte. Ja was wir denn hier mit diesem LKW wollten? Wie wäre es mit Landy ausladen, verzollen, in den Container fahren, verzurren und die Kiste plombieren?
Hm, er hätte keine Frachtpapiere, er rufe mal im Büro an.

Darauf wurde es zur Komödie, ja fast schon zur Tragödie. Es folgten diverse Telefonate zwischen dem Chef der Zollagentur, seinem Mitarbeiter, uns und Massimo in der Schweiz. Es gäbe keinen freien Slot auf dem nächsten Containerschiff von Lima nach Europa und es sei nicht möglich, früher als eine Woche vor Abfahrt einen Leercontainer zu beziehen. Somit gäbe es keine Möglichkeit, unser Auto ins Zollfreilager zu stellen. Wohlbemerkt, zwei Stunden vorher war noch alles in Ordnung!
Auf die Frage, was wir denn jetzt mit dem Auto machen sollten, meinten die Peruaner, wir sollten es doch einfach zurück zur Transportfirma führen und dort zwischenlagern. Du kannst dir vorstellen, dass wir nicht wirklich amüsiert darüber reagierten, schliesslich dauert eine Fahrt quer durch Lima etwa eine Stunde und kostet mehr als hundert Franken. Zusätzlich noch die Taxifahrten ins Aussenquartier und das Auto ab- resp. wieder aufladen.
Es folgten weitere Telefonate zwischen ITS Schweiz und IPH Lima – wobei es wieder Mal von Vorteil war, dass unser Lieblings-Argentinier Massimo fliessend Spanisch spricht und auch den einen oder anderen Kraftausdruck einfliessen lassen kann…
Schlussendlich anerbot uns dann nämlich IPH, unseren Landy in einem sicheren Lagerareal in der Nähe unterzubringen, den Auf- und Ablad und den nochmaligen Transport ins Zollfreilager zu organisieren – und dass auf ihre Kosten.

Nach rund drei Stunden vor dem Hafenareal ging es dann endlich einen Schritt weiter.
Wieder ein Aussenquartier, wieder hohe Mauern, wieder keine Rampe um das Auto abladen zu können, wieder Telefone zwischen dem Mitarbeiter von IPH und seinem Büro…
Rund eine halbe Stunde später stand dann der erste Hubstapler vor uns. «Äh, das ist jetzt nicht wirklich euer Ernst?» «Doch, doch, das machen wir immer so. Wie schwer ist denn euer Auto eigentlich? Ah, drei Tonnen, ja dann geht das mit dem zweiten Stapler, der kommt auch bald.» In der Zwischenzeit waren wir sechs Personen, die vor Ort warteten – in der Schweiz unbezahlbar, hier das normalste der Welt.
Und tatsächlich gelang es, den Landy heil herunterzuhiefen. Aber mir kann keiner mehr angeben, dass dies «immer so gemacht werde». Denn jeder, ausser dem LKW-Fahrer und den beiden Staplerfahrern, hatte sein Telefon gezückt und war am Fotografieren oder am Filmen… Ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn dein Zuhause der letzten eineinhalb Jahre so in der Luft schwebt…
Mit rund einem halben Arbeitstag Verspätung durfte dann unser lieber LKW-Fahrer endlich zurück nach Cusco fahren. Aber das war für ihn nicht so schlimm, das sei hier im Hafen immer so…
Wir hingegen gingen jetzt endlich ins Büro von IPH, um abzuklären, wie es denn jetzt weitergehen sollte und alle nötigen Papiere zu unterzeichnen.
Anthony, der zuständige Sachbearbeiter konnte uns leider keine Auskunft darüber geben, wie lange jetzt alles noch dauern würde, jedoch sollten wir doch mal Platz nehmen, er müsse noch eine Vollmacht aufsetzten. Ja aber hallo, was hast du denn die letzten paar Tage gemacht? Keine Papiere vorbereitet und keine Ahnung, wie es mit dem Containerverlad weitergehen soll?
In der Zwischenzeit war es kurz vor fünf Uhr nachmittags und endlich kehrte Anthony mit der Vollmacht zurück. Die müssten wir jetzt noch notariell beglaubigen lassen. Ok, dann lass uns doch kurz zum Notariat gehen. Äh, nein, er habe keine Zeit und wisse auch nicht wo. Verdammte Scheisse, für was stellen wir euch denn eigentlich an? Nach weiteren zehn Minuten kam er mit einem Post-it mit der Adresse eines Notariats, dieses habe aber jetzt geschlossen. Das sei eine langwierige Prozedur, er probiere per Telefon zu erreichen, dass wir morgen früh sofort bedient würden und das Papier bis am Mittag beglaubigt wäre. Heiliger Panflötenspieler, so schwierig kann das doch nicht sein…

Etwas entmutigt fuhren Caro und ich dann zurück in die Innenstadt und da kam mir dann auch die Idee, dass diese notariellen Beglaubigungen in Südamerika ganz normal sind. Auch in Cartagena brauchte ich einen Stempel – jedoch fuhr dort die Inhaberin der Agentur mit mir zu einem Notariat hin und regelte alles. «Diese Notariate gibt’s hier wie Sand am Meer, lass uns mal etwas herumschauen.» Et voilà. An der ersten grossen Kreuzung wurden wir fündig – geöffnet bis 20.00 Uhr. Wow, was für ein geschäftiges Treiben hier drin – für jeden Quatsch braucht man hier eine Beglaubigung. Ticket ziehen, zehn Minuten warten, Papiere vorlegen, Rechnung am anderen Schalter bezahlen gehen, gestempelte und unterzeichnete Vollmacht wieder in Empfang nehmen. Und dann mit grosser Genugtuung ein Whatsapp an Anthony schreiben, dass alles schon geregelt sei und wir morgen früh wieder bei ihm im Büro auftauchen würden 😉 .
Nach diesem Leerlauftag hatten wir ein anständiges Nachtessen mehr als verdient.

Shoppingtag (Dienstag, 16. Oktober)

Wie abgemacht standen wir morgens früh wieder bei IPH im Office. «Ach, ihr habt wirklich schon eine notarielle Beglaubigung?» Ja, denn wenn man will, geht das auch in Peru zügig…
«Ok, vielen Dank. Wir melden uns heute Abend nochmals, wenn es Neuigkeiten gibt.»
Dass hiess dann soviel wie: Ihr seid jetzt wieder entlassen, wir wissen nämlich selber noch nicht, wie es jetzt weitergehen soll.
So machten wir uns halt einen schönen Tag in Lima und gingen auf eine Frust-Shoppingtour. Nach eineinhalb Jahren Konsumzwangabstinenz darf man das mal.
Natürlich meldete sich am Abend niemand und wir waren mehr als nur genervt. Einmal mehr folgte ein Nachrichtenmarathon zwischen Massimo und uns.

Wir werfen unser Reiseprogramm über den Haufen (Mittwoch, 17. Oktober)

Wir geben uns geschlagen. Es wird definitiv nichts mehr diese Woche mit einem Container. IPH hat gnadenlos demonstriert, wie dilettantisch sie arbeiten und wie absolut kommunikationsunfähig sie sind. Ein direkter Kontakt zwischen ihnen und uns funktioniert nicht. Wir bekommen keine Auskunft, uns wird nicht zurückgerufen. Die ganze Kommunikation erfolgt nur über Massimo, der sich Gotts erbärmlich nervt über die peruanische Partneragentur. Es war die erste und bestimmt letzte Zusammenarbeit zwischen ITS Transport und IPH Lima…
Caro und ich beschliessen, unser Reiseprogramm umzustellen und den peruanischen Amigos so genug Zeit zu verschaffen, damit alles sauber aufgegleist werden kann.

Ein verlängertes Wochenende (ab Donnerstag, 18. Oktober)

Wir verabschieden uns von Lima. Mit dem Bus fahren wir bis Nasca und weiter bis nach Arequipa. Die berühmten Scharrzeichnungen im Wüstenboden und die weisse Stadt in den Bergen verzaubern uns (betrachte dazu die Bilder aus «südwestliches Peru»). Aber irgendwie sind wir doch immer ein bisschen mit dem Kopf in Lima.

Es geht definitiv weiter (Montag, 22. Oktober)

Neue Infos von Massimo erreichen uns:
Das Programm ist wie folgt: Containerbelad erfolgt am 24.10.18. Ihr müsst um 9.30 Uhr bei IPH auf der Matte stehen.
Gut so, wir haben nämlich für den Rückflug von Arequipa nach Lima schon das Check-in gemacht und können den Flug nicht mehr verschieben…

Tag der Wahrheit (Mittwoch, 24. Oktober)

An diesem Mittwochmorgen stehen wir dann auch pünktlich im Büro von IPH in Lima und hoffen, dass diesmal alles etwas besser klappt.
Zusammen mit einem weiteren Mitarbeiter von IPH fahren wir mit dem Taxi ins Lager raus. (Langsam kennen wir alle Angestellten, nur der Chef hat noch nie seinen Kopf gezeigt – ob er Angst vor uns hat?) Nach etwas Warten (was auch sonst…) kommt dann ein LKW mit Container. Bald schon kommen zwei Arbeiter mit Hammer und Nägeln, Holzkeilen und Seilen. «Ja, wir können hier euer Auto direkt in den Container laden und alles verschliessen. Nein, den Zoll brauchen wir nicht dazu. Den Auflad machen wir mit zwei Hubstaplern, das machen wir immer so.» Aha, es scheint ja wirklich alles zu klappen!
Das Spiel mit den Hubstaplern kennen wir ja schon – Auflagepunkte unter dem Auto festlegen, alles selber nochmals kontrollieren (wir wollen ja keinen eingedrückten Auspuff oder abgerissene Bremsleitungen), synchrones Anheben bis ca. 150 Zentimeter über Boden. «Vorne etwas hoch, nein hinten etwas runter, nein vorne etwas hoch, vergiss es, das passt so…» Und wenn der Fluglandy nicht mehr ganz so kriminell schaukelt, mit dem LKW rückwärtsfahren. Vorderen Stapler ausfädeln… «Stopp, vielleicht sollten wir das Auto noch etwas am hinteren Stapler befestigen, damit er nicht runterrollen kann!?!» Auto befestigen, endlich vorderen Stapler ausfädeln und mit dem zweiten Stapler den Landy komplett in den Container stossen. Unglaublich, dass geht ohne einen Verletzten und ohne das unser Auto abstürzt.
Jetzt kommen die beiden anderen Arbeiter und fixieren das Fahrzeug fachgerecht im Container. Den Spielzeugseilen trau ich aber überhaupt nicht. Zum Glück hat uns Andreas in Cusco seine Spanngurten ausgeliehen. Damit funktioniert es dann einwandfrei – vielen Dank Andreas!
Die Batterie ist abgehängt, das Auto ist verschlossen und der Container plombiert.
«Nein, der Zoll kommt wirklich nicht vorbei. Meistens wollen sie nur den Container von aussen sehen und sonst machen wir halt eine neue Plombe dran. Die Zollabnahme findet heute Nachmittag oder Morgen im Zollfreigelände statt und dort könnt ihr nicht rein. Um eine Zutrittsberechtigung zu beantragen, hat die Zeit nicht gereicht.» Hm, ok. Ist zwar nicht wirklich in unserem Sinne, dass wir bei der Abnahme nicht dabei sind, aber ohne uns kommt ja niemand ins Fahrzeug rein…
Das Unglaubliche ist wahr geworden und am Mittwochmittag ist unser Landy wirklich im Container bereit zum Verschiffen. Wie fällt uns ein Stein vom Herzen!
Da wir nicht damit gerechnet hatten, haben wir den Weiterflug erst auf Samstag gelegt. Eine kleine Reserve von zwei Arbeitstagen aus Erfahrung…

Zollinspektion? (Donnerstag, 25. Oktober)

Guten Abend Massimo
Bis jetzt gab es noch keine Konfirmation, ob eine Zollinspektion stattfindet oder nicht. IPH wartet darauf, dass ein Zöllner Zeit hat, um zumindest die Papiere anzuschauen. …
Wieder einmal wurden wir von IPH nicht informiert, obwohl sie uns das versprochen hatten. Erst auf unsere Nachfrage hin bekamen wir eine Antwort, die aber leider nicht zu unserer Zufriedenheit beitrug. Denn wir wären wirklich gerne noch im Land, wenn die Zollinspektion (falls es doch noch eine gäbe) stattfindet.

Zollinspektion? (Freitag, 26. Oktober)

Wir erhalten mittags ein Mail von Massimo, wir sollen uns sofort bei IPH melden, die würden uns wegen der Zollabnahme schon verzweifelt suchen. Hm, schauen wir doch mal auf dem Telefon: Tatsächlich, ein einziger Anruf, genau dann, als wir im Hostel im Lift waren. So von wegen «verzweifelt suchen».
«Was, der Zoll will das Fahrzeug jetzt doch noch von innen anschauen? Nein, wir haben keinen Schlüssel für alles deponiert und zudem will ich dabei sein, wenn jemand fremdes das Auto öffnet und inspiziert! Ihr habt jetzt genau noch heute Nachmittag Zeit, das zu organisieren, denn Morgen fliegen wir! Ja, wir warten somit hier im Hotel auf eine Rückmeldung.»
Die Zeit vergeht. Da wir nicht wissen, wann wir ins Zollfreilager rausfahren müssen warten wir schön brav im Hostel. Es wird später Nachmittag, es dunkelt schon fast ein, als endlich wieder das Telefon klingelt. «Die Zollinspektion findet jetzt morgen früh statt. Du musst um 8.30 Uhr im Zollgelände sein.» «Nein, das werde ich nicht, denn unser Flug geht schon eine Stunde früher.» «Ja, aber, heute Mittag habt ihr doch gesagt, dass ihr erst am Samstag fliegt?» «Ja, aber eben schon am frühen Morgen. Darum haben wir und Massimo auch immer gesagt, dass unser Flug bereits am Freitag geht… Jetzt könnt ihr selber mit dem Zoll verhandeln, denn die Schlüssel will ich nicht rausgeben!»

Irgendwie hat mich dann Massimo doch überzeugt, dass es keine andere Lösung gäbe, als zähneknirschend die Schlüssel rauszurücken.
Mit IPH wurde daraufhin vereinbart, dass ein Mitarbeiter von ihnen abends bei uns vorbeikommen und die Schlüssel übernehmen würde. Super Sache, somit durften wir vom Mittag bis am Abend auf diese Deppen warten.
Da wir aber nicht einfach nur einen Schlüssel für alle Türen, Zusatzschlösser, Aussenstauklappen und Innenfächer haben, musste noch kurz eine Anleitung geschrieben werden – auf Spanisch wohlgemerkt. Der liebe Mitarbeiter (wieder ein anderer) war dann etwas verblüfft, dass es vier verschiedene Schlüssel bräuchte und das Auto nicht leer sei. Ja, komisch gell, dass in unserem Reisemobil auch Kleider, Pfannen, Besteck, Souvenirs und eine Flasche Rum und Pisco drin sind. Wer hätte das gedacht.

Tag des Abflugs (Samstag, 27. Oktober)

«Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, blieben darunter verborgen und dann, würde was uns gross und wichtig erscheint, plötzlich nichtig und klein…»
An diesem Tag verfolgten mich die Worte von Reinhard Mey, denn so ganz daran glauben konnte ich nicht. Wir irgendwo in der Luft zwischen Peru und Argentinien und unser Auto bei der Zollabnahme… Und so kam es, wie es kommen musste: Beim Zwischenhalt in Santiago de Chile fanden wir ein offenes W-Lan und prompt kam eine Whatsapp von Massimo.
Die Flasche Pisco wurde in Lima bei IPH plötzlich zum Politikum. Die bösen Schweizer wollen sieben Deziliter Alkohol exportieren! Meine Antwort fiel nicht wirklich freundlich aus, aber die Quintessenz daraus war, dass die Peruaner die Flasche chilenischen(!) Pisco behalten und sich sonst wo hinstecken können, wenn sie damit glücklich würden…
Genervt stiegen wir in den Flieger nach Buenos Aires.

Wir sassen bereits im Flieger, als uns eine weitere Nachricht aus der Schweiz erreichte. Die Zollabnahme sei abgeschlossen und die Flasche Pisco wurde nicht konfisziert. Ich glaube bis heute nicht daran, dass der Zöllner die Flasche je gesehen hat. Denn mehr als einen flüchtigen Blick ins Fahrzeuginnere hat er wohl kaum geworfen. Zu mühsam ist es, in einem Container drin mehr als nur die Hecktür des Landys zu öffnen.

Der Tag, an dem uns ein Stein vom Herzen fiel (Donnerstag, 1. November)

Am 30. Oktober hat das Schiff den Hafen von Lima mit unserem Landy verlassen. Im Internet fand ich auch die Bestätigung für die Abfahrt. Aber war unser Container auch wirklich auf der Cartagena Express? Ja, war er! Massimo kann uns am Donnerstag die frohe Botschaft übermitteln: Sowohl die Tracking-Software wie auch unsere lieben Freunde in Lima haben das bestätigt.

So, jetzt sind wir also endgültig ohne Landy unterwegs. Lassen wir uns überraschen wie das Auto nach der Zollinspektion aussieht. Denn was die Peruaner genau gemacht haben, werden wir erst zurück in der Schweiz erfahren.

Massimo, vielen lieben Dank für deine Unterstützung! Wir arbeiten gerne mit dir und deiner Firma zusammen und begreifen, dass man in eurem Business auf lokale Partner angewiesen ist und die bei neuen Destinationen nicht kennen kann. Nächstes Mal verschiffen wir ganz tranquilo mit euch von Brasilien nach Hamburg. 😉

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