Wohin der Wind uns bläst

Wo geht’s denn hin?

Diesmal geht die Reise nach Südamerika und wir werden ungefähr eineinhalb Jahre unterwegs sein. Den genauen Verlauf unserer Reise haben wir nicht festgelegt. Da wir flexibel sind, planen wir die Reise «on the road» und schauen, wohin uns der Wind weht oder die Strasse zieht. Anfangs bestand der Plan darin, einfach auf der sogenannten Panamericana Richtung Süden zu fahren (beachte die rote Route auf der Karte links).

Am 10. März 2018 erreichten wir dann den südlichsten Punkt dieser Welt, den man mit einem Auto auf öffentlichen Strassen erfahren kann. Genau 260 Tage fuhren wir von Cartagena bis zum Fin del Mundo und spulten dabei 26’250 Kilometer ab. Elf Grenzübertritte waren nötig, davon sage und schreibe sieben alleine zwischen Chile und Argentinien.

Und wie geht es jetzt weiter?

Wir sind noch nicht reisemüde sondern erfreuen uns immer noch jeden Tag an neuen Eindrücken. Und weil wir noch etwas mehr Zeit haben als ursprünglich geplant (und das ersparte auch noch reicht), verlängern wir die Reise bis auf Ende 2018. Viele Optionen haben wir in den letzten Tagen und Wochen durchgedacht. Von Mexiko schwärmen alle angetroffenen Overlander, Australien reizt uns immer noch extrem aber auch eine Verschiffung nach Südafrika und dann die Heimreise bis in die Schweiz standen zur Diskussion. Schlussendlich haben wir uns entschieden, dass wir noch jung sind und auch in ein paar Jahren noch andere Kontinente bereisen können. Und so bleiben wir hier in Südamerika!
Bis jetzt haben wir noch nicht einmal die Hälfte aller Länder auf diesem Kontinent besucht – es gibt also noch viele neue Regionen und Kulturen zu erkunden.

Hier in Patagonien ist es jetzt Herbst, die Tage werden merklich kürzer und vor allem kälter. Daher fahren wir ab sofort gen Norden (siehe die violette Route auf der Karte). Via Buenos Aires zieht es uns in die wärmeren Gefilde. Sandstrände in Uruguay, das Pantanal und quer durch den Amazonas in Brasilien, Goldgräberstädte in den Guayanas und die Menonitenkolonien in Paraguay tönen doch verlockend…

Kleine Zusammenfassung der bisherigen Reise

Schweiz, Deutschland, Frankreich, Holland

Wir sind am Sonntag, 21. Mai 2017 von unserer Homebase in Frauenfeld gestartet. Dank Lupa, Porti, Bämb, Pegi und Fabio werden wir sie auch immer wieder finden, M-E-R-C-I! (Sie haben uns die Koordinaten von unserer Homebase in Frauenfeld als Ergänzung zu unserem Logo-Kleber geschenkt.)

Der vorerst letzte gemeinsame Weg mit unserem Landy führte uns nach Frankreich. Am Montag Morgen ging es über Deutschland in den Hafen von Basel, wo unsere Black Lady ihren langen Weg ohne uns antrat. Für uns hiess es wieder nach Frankreich zu reisen (Mulhouse) und von dort nach Holland zu fliegen. Bereits am Dienstag überquerten wir den Atlantik – ein paar entspannte Tage auf Curaçao (Holländische Antillen, Karibik) standen uns bevor.

Kolumbien

In der wunderschönen Stadt Cartagena de Indias in Kolumbien warteten wir dann vier Wochen auf die Ankunft unseres Landys und besuchten in dieser Zeit eine Sprachschule. Danach ging es endlich los mit der Reiserei.
Vom wilden Norden, über duftende Kaffee-Fincas bis zur menschenleeren Desierto de Tatacoa erlebten wir wundervolle Wochen in Kolumbien.

Ecuador

Equador haben wir so gern bekommen, dass wir nicht einfach nur durchgefahren sind. Ein ausgiebiger Schlenker Richtung Amazonas, eine Ehrenrunde quer durch die Mitte mit ihren eindrücklichen Vulkanen und schlussendlich entlang der Pazifikküste nach Süden. Für uns bisher das schönste Land in ganz Südamerika.

Peru

Mit Peru hingegen konnten wir uns nie so richtig anfreunden. Die Bergwelt ist eindrücklich, die Inkaruinen ebenso. Aber sonst? Vielleicht wäre es jedem anderen Land nach Equador ebenso ergangen. Wahrscheinlich müssen wir einfach nochmals dorthin zurück, um unsere Einstellung zu überdenken.

Bolivien

Die Salar de Uyuni und anschliessend die Lagunenroute im Südwesten von Bolivien bleiben uns für immer in schönster Erinnerung. Diese skurrile und eigentlich lebensfeindliche Gegend ist so anders als alles auf dieser Welt (was wir bisher gesehen haben). Die Farben und Formen dieser Etappe lassen sich kaum in Worte fassen.

Chile

In Chile schockte uns im ersten Moment der Massentourismus und das europäische Flair in San Pedro de Atacama. Nach mehreren Monaten in Peru und Bolivien war der Kulturschock einfach unglaublich. Auf der Insel Chiloé erlebten wir geselliges Beisammensein am Lagerfeuer, bevor uns die Carretera Austral bis nach Villa O’Higgins führte. Unzählige Nationalparks vom Norden bis in den tiefsten Süden verlockten uns zum Wandern.

Argentinien

Die Argentinier sind die herzlichsten Leute, die wir bis jetzt auf unserer Südamerikareise kennengelernt haben. Aber was braucht es auch mehr als eine grosse Parilla (Grill) und viel Fleisch, um glücklich zu sein? Höchstens noch etwas Wein und auch davon verstehen sie jede Menge. In den Siete Lagos fühlten wir uns wie im Tessin in den Sommerferien und in Tierra del Fuego ist man wirklich einfach am Ende der Welt angelangt.

Paraguay

Wo liegt denn Paraguay? Auch uns ging es vor der Reise ähnlich. Über dieses Land hört man in Europa so gut wie nichts, zu klein ist es im Vergleich zu seinen Nachbarn. Umso überraschter waren wir dann, wie liebenswürdig wir willkommen geheissen wurden, wie multikulturell das Land mit all seinen Einwanderern und wie interessant seine Geschichte ist. Der Chaco hat uns definitiv in seinen Bann gezogen! Paraguay, wir kommen wieder!

Brasilien

Brasilien ist kein Land, Brasilien ist ein Kontinent! So riesengross wie dieses Land ist, so unterschiedlich gibt sich die Natur und das Volk. Das Pantanal im Südwesten erfreute uns mit seiner einzigartigen Tierwelt. An der Küste im Nordosten spürt man förmlich die aufgeweckte, lebensfrohe Art der schwarzen Einwanderer und ihren Einfluss auf die Kultur. Daneben reizen endlos lange Sandstrände und Kokospalmheine – Karibikfeeling pur. Und im Dschungel leben die Leute mit dem Amazonas und seinen abertausenden von Zuflüssen. Das Wasser ist klar das bestimmende Element. Wenn die Brasilianer noch Spanisch sprechen würden, wäre es das perfekte Reiseland…