Top-Gear

Wirklich praktische Reiseausrüstung

von Hifi │1.Dezember 2017

Nachdem wir jetzt schon über ein halbes Jahr unterwegs sind, ist es an der Zeit Rückschau zu halten.
Unser Auto ist zwar nicht überladen, trotzdem haben auch wir einige Sachen dabei. Das meiste  hatten wir schon vor der grossen Reise, ein paar Ausrüstungsgegenstände wurden aber auch extra noch für Südamerika angeschafft. Von all dem Stuff haben uns die unten stehenden Gegenstände bisher wirklich jederzeit überzeugt und wir können sie herzlichst empfehlen. Viele dieser Dinge sind multifunktional, das hilft nochmals die Landy-Ausmasse nicht zu überstrapazieren.

Natürlich gibt es auch ein paar Sachen, die nicht wirklich fernreisetauglich sind. Die behalten wir (noch?) für uns…

Foxwing-Markise

Die liebe alte Foxwing von OZ-Tent… Wir lieben dieses Teil einfach. Bei Sonnenschein am Sandstrand, bei Regenschauer in den Bergen, beim Mittagslunch am Strassenrand. Ob nur zu zweit oder mit ganz vielen Freunden, diese Markise bietet so viel Platz und Komfort. Sie ist in zwei Minuten aufgestellt und in zwei Minuten wieder verpackt. Sie hält auch gröberem Wetter stand, wenn sie denn richtig abgespannt ist. Mit den passenden Seitenwänden ist die geschützte Grundfläche gigantisch gross und wenn man zwei Autos sauber ausrichtet, kann  man die Fläche gleich noch verdoppeln (drei Autos gehen auch, ist aber wirklich friemelig…). Mit der selber konstruierten Regenrinne fliesst der Regen auch nicht mehr zwischen Fahrzeugwand und Markise runter und für Stellplätze wo die Foxwing zu gross ist, brauchen wir einfach eine einzelne Seitenwand, welche wir mit der anzipbaren Kederfahne am Autoheck befestigen.

Die Pegilampe

Eigentlich heisst die Stablampe ja Force 68611. Und eigentlich meinten wir ja, wir seien komplett für die Reise ausgerüstet, als wir am Tag vor der Abreise diese von unserem Freund Pegi geschenkt bekamen. Seither ist dieses Meisterstück einer Lampe aber TÄGLICH im Gebrauch. Die Leuchte hat einen Magnetfuss, einen Aufhängebügel, ist dimmbar und per Micro-USB-Buchse wieder aufladbar. Wir benutzen sie mit voller Leistung zum kochen, gedimmt zum gemütlichen Nachtessen, zum mechen unter dem Auto oder zum abendlichen Gang auf die Toilette. Dieses Prachtstück macht alles mit und das, obwohl sie schon mal richtig unsanft zwischen Hecktür und Carosserie eingeklemmt wurde.

Omnia Backofen

In Marokko wurden wir anfangs wegen unseres Doughnut-Ringes noch belächelt. Dies änderte sich aber schnell einmal, als ich mit warmem, fein duftendem Zopf am Lagerfeuer auftauchte ;-). Auch hier in Südamerika finden wir immer Freunde, wenn es darum geht Brot (mit Rinde und nicht pampig), Erdbeer-Cheescake oder Lasagne al Forno zu verspeisen.
Ich liebe dieses kleine unscheinbare Gerät und kann so meiner Backlust auch auf Reisen ungehindert frönen.

Die besten Rezepte findest du ab sofort unter Gaumenfreuden auf unserer Page.

Bialetti Mokakanne

Um Kaffee zu brauen gibt es die verschiedensten Lösungen: Die Südamerikaner nehmen einfach heisses Wasser und Instantkaffee, die Griechen lassen das Pulver auf den Boden der Tasse sinken, die Franzosen pressen das Pulver durch das Wasser, die Deutschen tröpfeln das Wasser durch den Melitafilter. Und die Italiener? Die pressen das Wasser mit Druck durch das Pulver, so dass das Aroma auch wirklich zur Geltung kommen kann. Alfonso Bialetti hatte 1933 den berühmtesten der sogenannten Kaffee-Perkolatoren entwickelt. Bis heute blieb die Bialetti der Inbegriff für Kaffeegenuss.
Sein Sohn Renato, der die Firma über Jahrzehnte führte und international erfolgreich machte, war so überzeugt von diesem Produkt (resp. hat damit so viel Geld verdient), dass er sich nach seinem Tod 2016 sogar in einer der weltberühmten La Moka beerdigen liess. Das spricht ganz klar für die Qualität der einfachsten aber besten mobilen Kaffeemaschine 😉. Wasser und Kaffeepulver einfüllen und ab auf den Herd oder das Lagerfeuer. Schon nach kurzer Zeit blubbert es und riecht vorzüglich nach frischem Kaffee – was gibt es herrlicheres an einem kalten Morgen?

Ortlieb Faltbecken

Ein anständiges Abwaschbecken brauchen wir täglich aber den Platz für ein richtiges, eingebautes haben wir leider nicht. Darum musste es eine mobile Lösung sein. Das Faltbecken von Ortlieb verrichtet jetzt schon knapp zehn Jahre seine Dienste und es sieht noch aus wie am ersten Tag. Wenn wir das Becken transportieren, dann falten wir es einfach ganz klein zusammen und stopfen es über unsere Wasserkanister. Die geschweissten Nähte halten dies ohne eine einzige Reparatur bemerkenswert gut aus. Es gibt eigentlich nur einen Nachteil: Spitze Rüstmesser darf man nicht einfach achtlos ins Becken schmeissen…

Mac-Sports Campingstühle

Bedingt durch die Grösse unseres Reisemobils verbringen wir die meiste Zeit draussen. Dafür sind uns bequeme Stühle wichtig. Bereits bevor wir mit dem V8 unseren ersten Trip unternommen hatten, kauften wir uns zwei anständige Stühle. Die kosteten etwas mehr als die Billigprodukte aber auch nicht so wahnsinnig viel. Der Preis hat sich bis heute definitiv ausbezahlt! Nach rund zehn Jahren und geschätzten tausend Mal benutzen, halten sie immer noch. Einzig die obere Fixierung der Lehnen musste vor ein paar Wochen mit Kabelbindern unterstützt werden und ein paar Schrauben waren so verrostet, dass wir neue in Chromstahl spendiert haben. Damit es auch bei kühleren Temperaturen noch kuschelig warm ist, kauften wir uns in Peru zwei Alpaca-Felle.

Schlafsäcke

Vor dieser Reise haben wir uns einige Gedanken gemacht, wie wir denn ein Jahr lang in unserem Landy schlafen wollen. Vieles hatten wir ausprobiert: Mumienschlafsäcke, Daunenduvet von zu hause, etc. Denn das Anforderungsprofil war gross:

  • Warm muss es geben, wir übernachten in Wüsten und auf über 4500 müM.
  • Auf die Seite schieben muss gehen, wir übernachten auch in der Karibik
  • Bettanzug muss sein, wir wollen nicht 365 Nächte im gleichen Schlafsack pennen
  • Schlafsäcke brauchen wir für Trekkings
  • Zwei Garnituren (Duvet und Schlafsack) geht aus Platzgründen nicht

Irgendwann einmal liefen uns diese Rechteckschlafsäcke Trek Lite SQ 0° (was für ein Name…) von Deuter über den Weg und wir wussten auf Anhieb, dass dies die richtigen Bettgefährten sein würden. Normalerweise liegen sie aufgezippt und sauber in einem Duvet geschützt auf dem Bett. Das Duvet können wir regelmässig waschen und so müffelt das ganze auch nicht. Durch die Daunenfüllung sind sie schön warm (sogar für den Gfrörli Caro) und trotzdem nicht zu heiss (ok, in der Karibik scho äs bizzeli…). Die Zehen schauen im geöffneten Zustand auch nicht raus, wie das bei Mumienschlafsäcken der Fall wäre und wenn wir Mehrtagestouren zu Fuss unternehmen, haben wir immer noch einen Schlafsack für ins Zelt.

Garmin inReach Explorer+

Der Explorer+ ist nicht nur ein GPS, sondern er bietet auch eine Satelliten-Zweiwegekommunikation. Das heisst, das Gerät sendet automatisch (bei uns alle 10 Minuten) seine Position per Satellit an die Rechner von Garmin. Diese Daten sind dann für berechtigte Personen auf einem Webbrowser ersichtlich und somit wissen sie dann, wo wir uns genau befinden. Zusätzlich können diese Personen  uns auch per SMS benachrichtigen (und umgekehrt) und das, obwohl wir vielleicht gerade kein Mobiltelefon-Empfang haben. Coole Sache. Zusätzlich kann man den Explorer+ mit seinem Smartphone oder Tablet verbinden, dann erscheint die Live-Anzeige auf dem grösseren Bildschirm. Auch SMS können so einfacher getippt werden.
Im Abo inbegriffen ist auch die Kommunikation mit der internationalen Rettungsleitstelle GEOS. Diese kann man im Notfall per SOS-Knopf alarmieren und diese koordiniert dann die SAR-Massnahmen. Haben wir zum Glück noch nie genutzt, daher wissen wir auch nicht, ob eine Rettung irgendwo im Busch draussen auch wirklicklich funktionieren würde…
Der Explorer+ ist wasserdicht und der Akku hält auch einige Tage. Er war mit uns schon auf diversen Wanderungen, Kanutouren und auf der Amazonastour.

Katadyn Wasserfiltersystem

Wir Westeuropäer sind halt schon etwas verwöhnt: Hahn aufdrehen und schon kommt sauberes Trinkwasser heraus, das nicht einmal nach Chlor schmeckt…Wer aber ausserhalb des Kontinents unterwegs ist, der kommt um das Thema Wasserentkeimung nicht drum herum – oder er kauft permanent in Flaschen abgefülltes Trinkwasser. Das war uns aber zu blöd, darum haben wir vor der Reise noch eine Filteranlage eingebaut. Und da Katadyn in der Nachbarstadt zu hause ist und weltweit einen guten Ruf hat, fiel die Auswahl auch relativ leicht.
Mit der Superdyn-Filterkartusche gibt es ein Kombiteil, das einen Keramikmantel mit einem Aktivkohlekern verbindet. So passte das ganze dann auch in unser schnuckeliges Auto.
Katadyn garantiert sechs Monate oder 6000 Liter pro Filterkartusche. Wir haben uns dann für zwei Stück entschieden und tauschen diese alle drei Monate aus, so dass sie wieder mal richtig trocknen können. Und ja, wir filtern alles Wasser, egal ob wir es als Trinkwasser, zum Kochen, für den Abwasch oder zum Zähneputzen brauchen.
Bisher hat sich das System absolut bewährt, wir sind beide noch nie (wegen unseres Wassers) krank geworden.

RAM-Mounts

Wir haben diverse Gadgets, welche irgendwie stabil im und am Auto befestigt werden müssen. Dafür gibt es eine amerikanische Firma, die stellt die besten Halterungen der Welt her: RAM-Mount. Wir nutzten die Halter in verschiedenen Konfigurationen für:

  • Das iPad, für Routing und Navigation fix auf dem Armaturenbrett montiert
  • Den Garmin Explorer+, für die Satellitenkommunikation fix auf dem Armaturenbrett montiert
  • Die Wasserbrause, welche mittels Saugnapfhalterung an der Carosserie befestigt wird. In unterschiedlicher Höhe zum Hände waschen oder Duschen.
  • Die W-Lan-Aussenantenne mittels Saugnapf

Die Halterungen sind wirklich stabil gebaut, sie halten auch gröbere Pisten über hunderte von Kilometern aus. Zudem sind wir flexibel, da alle Teile untereinander austauschbar sind. So lässt sich in der iPad-Halterung auch eine kleinere Aufnahme für das Mobiltelefon fixieren oder in der Antennenhalterung eine Kamera am Fahrzeug befestigen.

Sackmesser

Immer und überall! Das klassische Sackmesser, zu Deutsch auch Schweizer Taschenmesser, gehört natürlich auch in diese Liste. Im Hosensack das alte Soldatenmesser, in der Handtasche die elegante Holzversion, im Nessesaire das kleine rote mit Nagelklipper, am Schlüsselbund die Miniaturvariante und in der Cubbybox das Multitool, welches ich von Nordwest Equipment geschenkt bekam. Jedes einzelne ist auf seine Weise mega praktisch. So verwundert es nicht, dass wir schon einige Reisende aus fernen Ländern kennengelernt haben, die auch auf die Schweizer Sackmesser schwören. Und für ganz lieb gewonnene Personen findet sich bei uns im Gepäck immer ein Messer als Andenken und Dankeschön.

Alle diese tollen Dinge haben wir zum normalen Preis gekauft! Wir sind nicht von irgendwelchen Ausrüstern gesponsert, sondern schildern hier aus freien Stücken unsere Erfahrungen. Deshalb haben wir die Produkte auch nicht verlinkt. Tante Google oder noch besser dein Lieblings-Outdoor-Survival-Offroad-Shop hilft dir gerne bei der Beschaffung.
Wenn du aber zufällig der Hersteller oder Generalimporteur für eines der Produkte bist, geben wir dir gerne unsere Bankverbindung an – oder die Lieferadresse für neue Gadgets, die noch zu testen sind 😉 .

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