Un poco loco!

von | 31. August 2017

Los Suizos loco – die verrückten Schweizer

Nein, damit sind nicht wir gemeint, sondern Sämi und Urs.

Die beiden Motorradfahrer begegneten uns das erste Mal auf einer Bergstrasse in Kolumbien. Wir fuhren uns entgegen, hielten an, als wir sahen, dass wir alle Reisende und Schweizer sind und begannen etwas zu quatschen. So macht man das halt, wenn man unterwegs Reisenden begegnet. 😄
Die beiden erzählten uns, dass sie ebenfalls unterwegs nach Ecuador ins Amazonasgebiet seien. Ihr Plan sei, dort ein Floss zu bauen das mit dem Motorrad angetrieben wird, um damit über den Amazonas bis Manaus in Brasilien zu fahren. 😳 Das sind ungefähr 3’000 Kilometer auf dem Fluss in teilweise unbevölkertem Gebiet!
«Mmmh ja gut, ein bisschen Spinner, was?» Dachten wir uns und haben innerlich etwas gelacht. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sich dieses Projekt wirklich umsetzten lässt.

Etwa eine Woche später, nachdem wir in Coca unsere Amazonas-Tour gebucht hatten, fuhren wir zu der Familie der Witoto nach Hause um dort zu übernachten. Und wen trafen wir da an…? Genau;  Sämi und Urs am Floss bauen! 😂 Die haben das also wirklich in Angriff genommen. Bei den Witoto fanden sie einen idealen Standort um ihren Traum zu verwirklichen.

Als wir sie antrafen, waren sie gerade ready für eine erstre Probefahrt mit ihrem Floss. Sie luden uns ein, diesen besonderen Moment mit ihnen zu teilen und mitzufahren. Hifi betätigte sich gleich als Hilfskraft zum steuern und wurde klitschnass. Es hat aber alles funktioniert und wir gratulierten den beiden Glücklichen!

Fünf Tage später kamen wir von unserer Tour zurück und sahen dass sie bereits grosse Fortschritte gemacht hatten. Jetzt hatte das Floss einen Mast – Hifi musste natürlich gleich hoch klettern – und einen Führerstand. In der nächsten Woche werkelten die beiden Jungs täglich voller Zuversicht weiter.

Ein bisschen Ernüchterung kam dann auf, als sie erfuhren, dass eine Fahrbewilligung saumässig teuer sei und die einzige Option darin bestehe, einen Führer zu buchen, der mit ihnen mitfährt. Zumindest bis an die Peruanische Grenze. Wie es dort weiter geht, steht in den Sternen…

Die nächste grössere Probefahrt stand an und brachte auch gleich den nächsten Rückschlag, den die Kardanwelle ging kaputt! Mist, ohne die geht gar nichts! Die Nerven lagen blank, denn eigentlich hätten sie in den nächsten Tagen losfahren wollen. Das ganze Projekt stand nun schwer auf der Kippe. Sollten sie weitermachen und es nochmals versuchen mit neuer Kardanwelle (welche Sämi nochmals neu schweissen müsste), oder das Projekt gleich hinwerfen? Ich dachte schon: «Das war’s jetzt wohl, die Energie ist raus». Aber; Hut ab! Sie entschieden sich, es nochmals zu versuchen und die Welle zu reparieren.

Leider fuhren Hifi und ich dann weiter, bevor sie zum Aufbruch breit waren. Aber ich bin sicher; diese beiden schaffen das! Auch wenn die Einheimischen hier ein bisschen den Kopf schütteln und sie die «Locitos» nennen (die Spinner).

Nachtrag
Wer wissen will, was die beiden auf ihrem Floss-Trip alles erlebt haben, kann die Geschichte hier nachlesen. Es lohnt sich; Spannung pur!

Wer mehr über die beiden erfahren und ihre Reise mitverfolgen will, hier ihre Reiseblogs:

Urs Sturzenegger
www.sturzis-trip-of-a-lifetime.ch

Sämi ten Doornkaat
flickr: www.sotr.tk

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