Rüeblitorte

von | 27. April 2018

Nach einer Woche im herbstlich verregneten Patagonien (wir mussten auf unsere Ersatzteile aus England warten…) kam die Lust auf, eine klassische Rüeblitorte zu backen. Das erinnert mich immer an Kindergeburtstage. Leider kennen die Chilenen keine gemahlenen Mandeln – aber wir haben ja mehr als genug Zeit und so kaufen wir kurzentschlossen ganze Mandeln und mahlen sie in Handarbeit. Die Rüeblitorte fand bei Nacho so viel Anklang, dass er zwei Tage später mit weiteren Mandeln ankam. Und ja, wir hatten immer noch mehr als genügend Zeit und so gab es gleich nochmals eine Torta de zanaoria

Zutaten

  • 250 Gramm Zucker
  • 5 Eigelb
  • 2 Esslöffel heisses Wasser
  • 250 Gramm Rüebli, fein geraffelt
  • 250 Gramm Mandeln, gemahlen
  • 80 Gramm Weissmehl
  • 1 Zitrone (Saft und abgeriebene Schale)
  • 1 Schluck Kirsch (oder Rhum 😉 )
  • Backpulver (Menge passend zum Mehl)
  • 5 Eiweiss
  • 1 Prise Salz
  • 250 Gramm Puderzucker
  • Saft einer ausgepressten Zitrone
  • 1 kräftiger Schluck Rhum oder Kirsch

Zubereitung

  • Wenn du wie wir im Süden von Chile bist, wirst du keine gemahlenen Mandeln finden. Dann heisst es, die ganzen Mandeln zuerst zu verkleinern. Bewährt hat sich folgendes Vorgehen: Auf einem Schneidebrett mit einem grossen Messer die Mandeln möglichst klein zerschneiden, dann portionenweise die Stücke mit einer Weinflasche zermahlen. Pro 100 Gramm bedeutet das etwa 10 bis 15 Minuten Arbeit. Vergiss die Pfeffermühle oder den Mörser, es klappt nicht. Was wir leider nicht zur Auswahl hatten, war eine Kaffee- oder Muskatmühle, vielleicht geht das etwas einfacher.
  • Für den Bisquitteig musst du den Zucker, die Eigelb und etwas heisses Wasser schaumig schlagen. Wir haben leider kein Handrührwerk dabei, daher probierte ich es mit dem Akkuschrauber. Ist noch funny und geht genauso gut…
  • Die Mandeln zum Bisquitteig dazugeben und anschliessend die Rüebli fein dazuraffeln.
  • Alle übrigen Zutaten bis und mit Backpulver dazugeben und gut verrühren. Für ein optimales Backergebnis hat es sich bewährt, das Backpulver vorgängig mit dem Mehl zu vermischen.
  • Die fünf Eiweiss mit einer Prise Salz zu Schaum schlagen. Auch dazu hat sich der Akkuschrauber mit eingespanntem Schwingbesen wunderbar bewährt. Den Eiweissschaum mit dem Schaber sorgfälltig unter die Teigmasse ziehen und alles in den Omnia-Backofen giessen.
  • Backen: Den Omnia für fünf bis zehn Minuten bei voller Hitze aufheizen und anschliessend die Rüeblitorte nochmals knapp eine Stunde bei mittlerer Temperatur fertigbacken. Mit einem Messer (oder besser einer Wollnadel) die Konsistenz überprüfen, so dass der Teig im Innern sicher auch durchgebacken ist.
  • Für den Zuckerguss den Puderzucker mit einem Schluck Schnaps und dem Zitronensaft gut verrühren. Wenn die Sauce zu dickflüssig ist, kannst du sie mit ein wenig Wasser verdünnen.
  • Die Hälfte des Gusses über den noch warmen Kuchen giessen und mit einem Pinsel verstreichen. So zieht er schön in den Teig ein.
  • Nach dem Abkühlen  mit dem Rest der Masse den Kuchen nochmals sauber bepinseln, dann sieht es auch noch schön aus.
  • Natürlich fehlen hier noch die Marzipan-Rüebli zum verzieren. Aber die findet man hier definitiv nicht und Marzipan mach ich nicht selber…

Und auftischen

Dazu passt in Patagonien ein warmer Mate genau so gut wie eine Tasse kolumbianischer Kaffee oder ein Glas Rotwein.

Än guete mitänand!

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