Kartoffeln zum Frühstück
Morgens auf 3400 Meter über Meer…
Die Gegend im Innland von Kolumbien ist sehr hügelig, da wir uns in den Anden befinden. Das heisst aber auch, dass wir oftmals am gleichen Tag mehrere hundert oder auch tausend Höhenmeter Unterschied haben. Man ist hier sofort auf über 3’000 müM und dann wieder auf fast Null. Entsprechend wechselt auch die Temperatur täglich von saumässig kalt zu düpig heiss. Sehr anstrengend, da man nie recht weiss was man anziehen soll und man sich an nichts gewöhnen kann.
Was uns auch fasziniert ist, dass hier oben noch alles grün ist und auch Bäume wachsen. Bei uns wäre schon lange die Baumgrenze erreicht. Aber hier bauen die Bauern noch Gemüse an, vor allem Kartoffeln.
Wir haben einmal auf ca. 3’400 müM auf einer Hügelspitze mit fantastischer Aussicht übernachtet. In der Nacht bekamen wir plötzlich Besuch von der Polizei (mit gezückten Pistolen), die wissen wollten was wir hier machen. Sie waren sehr höflich und verstauten nach ein bisschen Quatschen dann auch wieder ihre Waffen. Wir durften bleiben, auch wenn sie nicht verstehen konnten, dass wir so hoch oben übernachten wollten; es sei ja viel zu kalt! Am Morgen kamen dann Bauern vorbei und freuten sich über einen Kaffee von uns. Sie arbeiteten auf einem Kartoffelfeld gleich nebenan und luden uns ein, sie zu besuchen. Hifi durfte noch ein bisschen Kartoffeln ausgraben und dafür gab’s dann auch noch Suppe mit Kartoffeln zum Znüni, welche die Mutter auf dem Feuer gekocht hatte. Phu, das ist ein hartes Leben! Jeden Tag am Steilhang auf dem Feld von Hand Kartoffeln ausgraben, dreimal am Tag Kartoffeln zu Essen und das bei nasskalten Temperaturen auch im Sommer. Nichts für mich!