Cartagena de Indias

von 19. Juni 2017

Cartagena – Die schönste Stadt Kolumbiens

28. Mai – 24. Juni 2017

Seit drei Wochen wohnen wir nun in Cartagena und besuchen die Sprachschule. Wo soll ich nur anfangen zu erzählen…?! Über Cartagena könnte ich so viel berichten!

Die Stadt ist faszinierend. Innerhalb des ummauerten Teils befindet sich der historische Teil und der ist wirklich charmant. In den engen Gassen tummeln sich Tag und Nacht viele Leute; einheimische und sehr viele Touristen. Hier ist immer etwas los. Die Häuser sind sehr bunt und teilweise üpig mit blühenden Pflanzen bewachsen. (Was mich hingegen etwas irritiert ist, dass innerhalb der Häuser meist nur Plastikpflanzen anzutreffen sind. Ob die Kolumbianer wohl zu faul zum tränken sind?) Späht man jedoch durch die häufig offen stehenden Türen, so entdeckt man lauschige Innenhöfe, voll mit Pflanzen oder manchmal einem Pool. Herrlich!!! Überhaupt leben die Leute hier halb auf der Strasse draussen: überall sitzen Leute auf der Treppe vor ihren Häusern und plaudern zusammen. Meist sieht man auch gleich direkt ins Wohnzimmer der Leute, wo ganze Generationen zusammen leben.

An jeder Ecke ein Bijoux

Angetan haben es mir vor allem die vielen Restaurants und Cafés. Es hat sie an jeder Ecke und Strasse, manchmal sehr unscheinbar von aussen. Betritt man jedoch ein Café, ist man überrascht wie stilvoll und kreativ diese dekoriert und ausgestattet sind. Fast alle wirken professionell designed, von der Deko über die Menukarte bis hin zur Kleidung des Personals. Da konnten sich einige Designer voll austoben. Wirklich wunderbar! Und keines ist gleich wie das andere! Wir sind nun schon drei Wochen hier und können jeden Tag in ein anderes, schönes Café gehen. Das macht wirklich Spass und lässt einen das Essen gleich doppelt geniessen.

Essen von der Strasse

Und ja, auch das Essen schmeckt uns total gut. Auch wenn man immer ein bisschen das gleiche erhält: Fisch/Fleisch/Seafood dazu Kokosreis (Mmmmh, es gibt nichts besseres!), Kochbananen, Avocado und ein kleines Häufchen Salat. Oder man verköstigt sich einfach an einem der zahllosen Essstände oder Strassenhändlern mit ihren fahrenden Klapperkarren. Arepaz, Empanadas, Maiskolben, Hamburger, Pizza, Fleischspiesse oder vielleicht eine aufgeschnittene Mango oder Wassemelone, oder sonstige unbekannte Frucht gefällig? Alles wunderbar, aber leider nicht allzu Linienbewusst, weil vieles frittiert ist. Aber was soll’s! Dafür trinken wir unmengen Fruchtsäfte, denn das ist hier üblich und es gibt so viele verschiedene Früchte und Geschmäcker, das muss man ja alles mal probieren. Oftmals kennen wir die Frucht gar nicht und lassen uns einfach überraschen.

Tropisch heiss

Sehr anstrengend ist hier das Klima: immer etwa um 36 Grad mit ca. 90% Luftfeuchtigkeit. Letzte Woche war es teils sogar über 40 Grad heiss. Da schwitzt man einfach schon mal aus Prinzip, ohne sich zu rühren! Zumindest für uns Europäer ist es sehr anstrengend. Da sind wir froh, wenn es mal etwas bewölkt ist und ein laues Lüftlein weht. Für die Cartagener ist es dann gleich „un poco frío“ (ein bisschen kalt) und sie ziehen lange Shirts und Hosen an, während wir immer noch in unseren Shorts und Blüschen am schwitzen sind. Manchmal hören Hifi und ich SRF3 Radio übers Internet. Da müssen wir dann immer etwas schmunzeln, wenn bei euch bei 28 Grad die Rede von düppig und Tropennächten ist. Wenn wir hier erzählen, wie warm es bei uns zuhause im Sommer ist, reagieren immer alle gleich: „Oh, sehr kalt!“. Verstehen kann man das, wenn man aus dem mit Aircondition auf 25 Grad gekühlten Zimmer nach draussen tritt, und man auf eine Hitzewand trifft. Dann weiss man, warum 25 Grad kalt sind.

Ein Quartier mit Charakter

Bei diesen Temperaturen sind wir sehr froh, dass wir in unserem Zimmer einen Aircon haben. Wir wohnen hier in einem Airbnb. Leider ohne schönen Innenhof oder Pool. Dafür mit einer Dachterrasse mit toller Aussicht, wo ich abends manchmal arbeite. Für unser Verständnis ist es aber leider etwas schmuddelig, doch die Lage ist einfach Spitzenmässig. Wir wohnen im „Getsemaní“, welches früher das Armenviertel von Cartagena war. Noch vor 10 Jahren durfte man sich als Fremder nicht hierhin wagen. Heute jedoch ist es das angesagteste Quartier und sehr beliebt bei den Travellern. Es hat auch wirklich viel Charme. Hier fühlt man noch etwas die bewegte Zeit von früher und es ist näher am realen Leben der Einwohner als in den nobleren Quartieren. Eindrückliche Graffiti und Wandmalereien schmücken die Wände. Diese sind alle sehr kunstvoll und eindrücklich. Manchmal mit einem Augenzwinkern und nicht selten rebellisch. Kundgebungen wie Todesanzeigen oder Gemeindeversammlungen werden auf Papierzettel gemalt oder geschrieben und an die Wände, Pfosten oder auch aufs Trottoir geklebt, so dass es alle sehen können.

Im Herzen von Getsemaní

Wir wohnen gleich beim „Plaza de la Trinidad“. Das ist der zentrale Platz und Treffpunkt im Getsemaní, vor der Kirche. Hier tummelt sich das ganze Volk Tag und Nacht und es ist immer etwas los. Diverse Strassenkünstler (einige sehr amüsant), Tänzer oder Sänger unterhalten die Leute. Kinder spielen Fussball oder hüpfen auf dem Trampolin herum oder man kann beim Gruppen-Aerobic oder Salsa-Tanzen mitmachen. Rundherum gibts Street Food und jederman versucht etwas zu verkaufen. Seien es geknüpfte Bändeli, „Maní, Maní, Maní“ (heisse Erdnüsse), oder ein Happy-Cookie (keine Ahnung mit wie viel Haschisch drin) von irgendeinem Traveller, der sein Reisegeld aufstocken will. Alkoholtrinken auf dem Kirchplatz ist verboten und die Polizei kommt immer mal vorbei und kontrolliert. Packt man die Bierflasche jedoch in eine braune Tüte und steht neben dem Platz, nicht auf ihm, dann ist es kein Problem. Hahaha, so eine originelle Logik! Es ist immer grande fiesta, an jedem Tag und bis in die Nacht hinein. Oftmals gehen wir Abends einfach kurz vor die Tür, schnappen uns etwas zu essen von einem Stand und lassen uns unterhalten. Das ist wie ein grosses Freiluft-Theater.

¿Habla español?

Unser Spanisch ist auch am gedeihen. Dafür dass wir grad einmal „Buenos días“ sagen konnten und nicht viel mehr, können wir uns jetzt schon sehr viel besser verständigen. Es ist erstaunlich, wie viel man in vier Wochen Intensivkurs (6 Lektionen pro Tag) lernen kann. Die Schule ist wirklich gut und die Lehrer sehr aufgestellt und hilfreich. Wir lernen Unmengen an Vocabulair und Grammatik, welches wir in unser Hirn zu stopfen versuchen. Aber es macht unglaublich viel Spass, wenn man plötzlich die Sachen versteht, die man liest oder hört und sich immer besser verständigen kann. Ich hoffe sehr, dass wir uns während dem Reisen noch weiter verbessern werden. Und vielleicht nehmen wir später nochmals irgendwo ein bisschen Unterricht, nachdem wir etwas gereist sind.

Phu, das wurde nun ein bisschen ein langer Bericht. Aber ich hab’s euch ja gesagt; ich könnte ewigs von Cartagena erzählen, weil es mir so gefällt.

Aber nun freue ich mich auch langsam darauf, dass nächste Woche unser Landy ankommt und wir dann weiterreisen und noch mehr von Kolumbien sehen werden.

¡Chao chicos, hasta luego!

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