Wir vergleichen die Länder

Facts & Figures unserer Südamerikareise

Bolivien

Datum: 13. November – 10. Dezember 2017

Tage im Land: 27

Gefahrene Kilometer: 2‘863 km

Getötete/überfahrene Tiere: Nix, nada, niente

Höchster Übernachtungsplatz: Volcán Licancabur, 4’626 m.ü.M.

Reparaturen Landy: Sprung in der Scheibe (aufgebohrt und zugeklebt), «Death wobble» in der Lenkung (Drop Arm Boll Point sowie Kugelkopf und Buchsen des Panhardstabs gewechselt), Räder bolzenzentriert ausgewuchtet (endlich war es möglich…)

Währung: 1.– CHF = ca. 7 Bolivianos (BOB)

Dieselpreis: 3.72 BOB/Lt. für Einheimische, 8.88 BOB für Ausländer, 4.65 BOB gut verhandelt im Kanister mit Trinkgeld… (durchschnittlich 80 Rp./Liter bezahlt)

Kaffee: «Un cortado» entspricht in etwa unserem Kaffee, nur weiss man nie, ob es sich um Pulver- oder Instantkaffee handelt…

Bier: Es gibt das klassische Lagerbier aber auch viele regionale Kleinbrauereien, welche ausgezeichnete Spezialbiere herstellen. Bis zum Schluss wechselten wir immer wieder die Marke…

Essen: Coca-Blätter! Man sieht extrem viele Einheimische mit Hamsterbacken und grün-braunen Zähnen auf der Strasse, hinter dem Tresen, einfach immer und überall.

Einheimische: Ganz anders als im Vorfeld gehört, empfanden wir die Bolivianer als sehr freundlich und offen uns Touristen gegenüber. Marktfrauen machten uns mehr als einmal darauf aufmerksam, dass wir nicht die besten Früchte ausgewählt hätten und wir doch frischere (härtere Avocados) nehmen sollen. Das nennen wir Kundenservice!

Verkehr: In La Paz bleibt uns die grosse Kreuzung auf der Zufahrtsachse von Norden her für immer in Erinnerung. Lichtsignalanlage: wird nicht beachtet; Fahrspuren: werden nicht beachtet; Vortrittsregeln: werden nicht beachtet; Gegenverkehr: mir doch egal; Wer gewinnt? Immer der Stärkere (und dass sind die LKW und grossen Personenbusse…) Nach ein paar Tagen mussten wir feststellen, dass auch der Rest des Landes so fährt. Wehe man hält an einer roten Ampel und es kommt keiner von der Seite. Dann bist du der Depp und wirst ausgehupt sowie links und rechts von hinten überholt…

Peru

Datum: 26. September – 13. November 2017

Tage im Land: 49

Gefahrene Kilometer: 4’957 km

Getötete/überfahrene Tiere: 1 Libelle und die üblichen Insekten

Höchster Übernachtungsplatz: Rainbow-Mountains (Apu Winicunca), 4’518 m.ü.M.

Reparaturen Landy: Alle Filter & Motoröl gewechselt, ABS-Steuergerät defekt (wir fahren seither ohne ABS/ETC), das Verteiler-Getriebe sabbert ein bisschen

Währung: 1.– CHF = ca. 3 Soles (SOL)

Dieselpreis: ca. 11 SOL/Galone (ca. 89 Rp./Liter)

Kaffee: «Café passado» > eindeutig an einem guten Kaffee vorbei: wie üblich Instantkaffee.

Bier: Das Landestypische Bier heisst «Cusqueña». Unsere Lieblingssorten sind das Dorada und das Roja.

Essen: Die traditionellen Gerichte unterscheiden sich nicht sehr von denen aus Kolumbien und Ecuador; Fisch oder Fleisch mit Reis und Pommes und ein bisschen grünem Salat und Tomaten. Manchmal bekommt man rote Bohnen statt Pommes. Fein, aber nicht sehr abwechslungsreich. Zudem bekommt man fast überall «Ceviche»; roher Fisch mit viel Zwiebeln dran. Und was Hifi besonders erfreut hat: überall bekommt man Panetone! Einmal bekamen wir sogar einen gratis geschenkt, weil wir viel Motorenöl gekauft hatten. Tja, vielleicht ist das ihr Lieblings-Vorweihnachtsgebäck?

Einheimische: Generell sehr freundlich. Winken uns zu beim vorbeifahren und sind sehr liebenswert und hilfsbereit, jedoch nicht so neugierig (oder vielleicht schüchterner?) als die Kolumbianer. Nur die Zivilisation als solches hat uns nicht so gefallen: der Müll liegt überall herum und die Häuser sehen alle unfertig und ungepflegt aus. Wir haben den Eindruck, dass die Peruaner nicht viel Sinn für Schönheit haben.

Verkehr: Anders als im voraus gehört, empfanden wir den Verkehr als recht «angenehm». Lastwagen lassen einem meistens überholen, indem sie Platz machen. Über Land hat es generell wenig Verkehr. In den grösseren Städten ist der Verkehr schon etwas anstrengender, vor allem die vielen Mototaxi surren herum wie ein Schwarm Bienen und sind sehr anstrengend. Der Zustand der Strassen ist generell eher schlecht, also überwiegend Pisten. Ausser an der Küste und im Süden des Landes, da trifft man vermehrt auf breite und asphaltierte Autostrassen.

Ecuador

Datum: 5. August 2017 – 26. September 2017

Tage im Land: 53

Gefahrene Kilometer: 3’389 km

Getötete/überfahrene Tiere: 3 Pirañas (waren lecker!), 1 Schmetterling, 1 Libelle, ev. 1 Kücken (sind nicht sicher, ob wir es erwischt haben), 1 Mio Insekten

Höchster Übernachtungsplatz: Chimborazo, 4’841 m.ü.M.

Reparaturen Landy: Nichts – läuft wie am Schnürchen. Nur die Räder sind leider schlecht ausgewuchtet und ab 80 km/h fängt das Steuerrad an zu zittern. Wir haben ganz Ecuador abgeklappert, aber da wir für unsere Stahlfelgen ein Spezialwerkzeug brauchen, konnte uns leider niemand helfen. Mist! So wird es nun wohl eine «Zitterpartie» durch Südamerika. Optionen: neue Felgen oder nie über 80 km/h fahren. 😝

Währung: 1.– CHF = ca. 1 USD

Dieselpreis: 1.037 USD/Galone (ca. 26 Rp./Liter)

Kaffee: Der Kaffee schmeckt auch hier nicht besser als in Kolumbien. Ein normaler Kaffe heisst hier einfach «un Cafe»

Bier: Wir haben kein landestypisches Bier entdeckt und tranken vor allem das «Club». Eher ein langweiliges helles Lagerbier.

Einheimische: Die Ecuadorianer sind etwas weniger aufdringlich als die Kolumbianer. Doch auch sie sind sehr freundlich und hilfsbereit, wenn man auf sie zugeht. Beim Vorbeifahren staunen sie und winken ganz überrascht aber lachend zurück, wenn wir ihnen zuwinken. Wir empfanden die Ecuadorianer als sehr angenehm, vielleicht gerade weil sie etwas zurückhaltender sind.

Verkehr: Ach wie angenehm war das Fahren in Ecuador! Sooo anständig. Und dann erst das gut ausgebaute Strassennetz und die breiten Autobahnen. Ein Traum! Bestimmt eine Seltenheit in Südamerika. Einzig die irrwitzig hohen Tempostopper überall sind sehr mühsam. Da kommt es schon mal vor, dass in einer 50er oder sogar 80er Zone plötzlich ein Bumper auftaucht und man abrupt auf 20 abbremsen muss, damit es einem nicht das Auto hochspickt. Absolut unsinnig und gefährlich!

 

Kolumbien

Datum: 27. Mai – 5. August 2017

Tage im Land: 71

Gefahrene Kilometer: 4’208 km

Überfahrene Tiere: 1 Vogel, 1000 Insekten

Höchster Übernachtungsplatz: Carmen de Carupa (Nähe Bogota), 3’401 m.ü.M.

Reparaturen Landy: Anlasser defekt «verhockät» (19.00 CHF für neue Bürsten inkl. Busfahrt); Dichtung der Unterdruckpumpe undicht (Ersatzteil mit dabei gehabt).

Währung: 1.– CHF = 3’000 COP (Kolumbianische Pesos)

Dieselpreis: 6’200 bis 8’500 COP/Galone (ca. 65 Rp./Liter)

Kaffee: Ein «Tinto» ist ein schwarzer Kaffee, das Landesgetränk, aber dennoch leider oft nicht geniessbar, da nur aus Instantkaffee gemacht.

Bier: Das kolumbianische Bier «Colombia» schmeckt uns sehr gut. Es gibt drei Sorten: Dorada (Gold/hell), Roja (Rot) und Negra (dunkel). Alle drei schmecken sehr gut.

Essen: Arepas (gefüllte, fritierte Mais-Teigtaschen mit Käse, Eiern oder Fleisch gefüllt), Empanadas (wie Arepas aber andere Form und aus Weizenmehl), generell hat es überall Käse drauf: ob auf süssem oder salzigem, gebackenem oder gekochten; immer «con queso». (Wobei der Käse natürlich nicht so schmeckt wie Käse bei uns! Das ist dann eine weisse Sosse mit nicht viel Geschmack…)

Einheimische: Die Kolumbianer sind sehr freundlich, hilfsbereit und neugierig. Sie geben gerne Tipps über ihr Land oder vermitteln Kontakte. Unser Landy wurde immer sehr begeistert betrachtet und viele kamen und fragten, ob sie reinschauen dürfen.

Verkehr: Die Kolumbianer fahren wie die Sau! Sie überholen links und rechts, fahren kreuz und quer und halten abrupt an, wie es gerade passt. Da spielt es keine Rolle, ob die Strasse schmal ist, Gegenverkehr hat oder eine Kurve kommt. Auch die Polizei wird schamlos überholt. Auf Bergstrassen kriechen die LKWs mit Tempo 15–22 dicht hintereinander über die Berge und lassen keinen vor. In Kolumbien muss man öfters für 200 km Distanz einen ganzen Tag Fahrt einrechnen. Die Strassen sind meist in schlechtem Zustand oder nur Pisten. Doch es ist viel Strassenarbeit im Gange und in ein paar Jahren wird das Strassennetz ein ganz anderes Bild abgeben.